
Panorama Illustration von Écija. Civitates Orbis Terrarum. Jahr 1572 |
Die Ursprünge: Vor-und Frühgeschichte
Die Geschichte Écijas ist so reich wie sein künstlerisches Erbe. Die Gründung der Stadt geht auf das 8. Jahrhundert vor Christus zurück, zur Zeit der Tartessos. Bis zur Eroberung durch die Römer, ca. 200 Jahre vor Christi Geburt, war es vermutlich ein kleines Hüttendorf, angelegt auf einer Anhöhe am Ufer des Flusses Genil, heute Cerro del Alcázar oder de San Gil ("El Picadero") genannt.
Glanz und Pracht zur Roemerzeit
Die Glanzzeit verschafften der Stadt die Romer. Ëcija beteiligte sich an der Auseinandersetzung zwischen Pompejus und Caesar auf der Seite Ceasars und ca. 14 vor Christus wurde die "Colonia Augusta Firma Astigi" in der Ebene gegründet. Eine grosse Stadt neuer Planung, mit gepflasterten Strassen einheitlichen Rasters, mit einem Abwassertsytem und einer Frischwasserversorgung, Forum , Tempel, Thermen und Amphitheater. Die Vía Augusta überquerte den Genil auf einer neu gebauten Brücke. Seit dieser Zeit war Écija die Hauptstadt eines ausgedehnten Verwaltungsbezirkes - es gab deren vier in der Bética - der nicht weniger als 49 Staedte und grosse Teile der heutigen Provinzen Córdoba, Granada und Jaén umfasste. Der hauptsächlichste Reichtum wurde mit den Olivemkulturen erschaffen. Das Olivenöl exportierte man über grosse Distanzen , unter Ausnützung der Flüsse Genil und Guadalquivir und ab Sevilla über den Seeweg.
Nachrömische Zeit. Écija im Al – Andalus
Auch nach dem Zerfall des Imperiums blieb Écija ein wichtiges Zentrum kulturellen und religiösen Geschehens. Zur Zeit der Westgoten wurde es Bischofsitz und in islamischer Zeit war Écija (Istiya oder Astiya) Provinzkapitale waherend des Emirates und Kalifates. Arabische Chronisten heben die Fruchtbarkeit und den Reichtum des Territoiriums hervor. Das Gebiet wurde durch beutende Kontingente von Berbern besiedelt. Die Mauren führten das Bewasserungssystem und die Kultivierung von Baumwolle ein. Die Bedeutung der Baumwollanpflanzung zeigt sich darin, dass man Écija Madinat al-qutun ("Die Stadt der Baumwolle") nannte.
Spaetmittelalter und Neuzeit. Écija gehört zur Krone von Kastilien.
Im Mai des Jahres 1240 eroberte Fernando III die Stadt Écija und verteilte das Land an die kastilischen Siedler, d.h., an viele Adelige, Militaerorden und an die Kirche. Die Bildung von Grossgrundbesitz, welcher die später Entwicklung während des Spätmittelalters und der Neuzeit kennzeichnete, geht zum grossen Teil auf diese Massnahmen zurück.
Barrockes Écija: Das Goldene Zeitalter
Das ganz 18. Jahrhundert wird als das goldene Zeitalter Écijas bezeichnet. Prachtvolle Gebauede werden erstellt und Kirchen gebaut. Die Konzentration des Besitzes in den Händen der Adligen und der Kirche machte es möglich. In dieser Ziet zählte man 40 Nobeltitel, darunter 13 "Grandes de España". Die historische Altstadt von Écija beherbergt eines der reichsten Erbe barocker architektonischer Bauten und Kunstwerke Andalusiens und wahrscheinlich der gesamten iberischen Halbinsel: Paläste, Kirchen (mit den Türmen, welche die Stadt berühmt gemacht haben), Klöster, öffentliche Bauten, Herrschafthäuser- und Paläste. Dieses Vermächtnis, zusammen mit den Kunstschätzen und den Dokumentensammlungen stellen ein ausserordentlich reiches historisches Erbe dar.
Die Titel von Écija
1402 gab Enrique III den Titel "Stadt" zurück. Die königlichen Auszeichnungen setzten sich fort: Carlos I fügte der Distinktion "Muy noble" noch "Muy leal" bei. 1710 gewährt Felipe V die Auszeichnung "Constante, leal y fidelísima". Durch die Krone so verwöhnt, gewährt Alfonso XII dem Magistrat noch das Prädikat "Excelentisimo". Im zwanzigsten Jahrhundert, 1966, erhält Écija eine neue Auszeichnung, mindestens so verdient wie alle vorhergehenden: "conjunto histórico-artístico" (historisch künstlerischer Komplex).